Wie Dutzende andere Ortschaften: Auch Burg auf Fehmarn hatte einen Ringwallhafen

Ein weiterer vergessener Ringwallhafen, wo ihn niemand erwarten würde: Dieses Mal befand sich eine solche Anlage weit im Inneren der Sonneninsel Fehmarn. Hier war ich letzte Woche mit meiner Familie im Urlaub. Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass ausgerechnet unmittelbar vor der höchsten Stelle der größten Ortschaft der Insel (der Hügel auf dem sich die St. Nikolaikirche in Burg befindet) die Position dieses Hafens war! Heute nicht ansatzweise vorzustellen, aber wir reden hier von einer Tatsache, die so offiziell auch von der Stadt verlautbart wird (anders handhabt es die Stadt Schleswig, die ihre Besucher nicht darüber in Kenntnis setzt, wo sich der ebenfalls verlandete, frühmittelalterliche Hafen der Stadt befunden hat).
Blick auf Fehmarns Nikolai Kirche über einen Teich.

Heute nicht ansatzweise vorzustellen, wenn man sich auf dem Parkplatz der St. Nikolai Kirche befindet, aber wir reden hier von einer Tatsache, die so offiziell auch von der Stadt verlautbart wird (anders handhabt es die Stadt Schleswig, die ihre Besucher nicht darüber in Kenntnis setzt, wo sich der ebenfalls verlandete, frühmittelalterliche Hafen der Stadt befunden hat).

Die Infotafel vorm Burger Rathaus
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Die Infotafel vorm Burger Rathaus
Die Infotafel vorm Burger Rathaus
Das Areal um den damaligen Hafens heute
Das Areal um den damaligen Hafens heute
Karte "Grundriss der Stadt Borg" aus dem Jahr 1648 von Johannes Meyer (Husum).
Karte "Grundriss der Stadt Borg" aus dem Jahr 1648 von Johannes Meyer (Husum).
Topografische Karte von Burg
Topografische Karte von Burg
Der Burgstaakener Graben heute
Der Burgstaakener Graben heute
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Jenseits der heutigen Uferlinie - Fehmarns einstiger Hafenstandort lässt sich heute nicht mehr erahnen

Und wieder die Frage: Dieser einstmalige Ostseehafen Fehmarns war einst von enormer Bedeutung und seine Position verlagerte sich notgedrungen immer weiter gen Süden (in die „Neue Tiefe“ bzw. Burgstaaken). Was führte zu der drastischen Meeresspiegelsenkung von über 5 Meter im 12ten Jahrhundert, als auch der Bereich der heutigen St. Nikolaikirche noch als Hafen fungierte? Wieso wird uns heute so viel Angst über einen möglichen Anstieg des Meeresspiegels gemacht, wenn dieser bereits vor etwa 900 Jahren schon um viele Meter höher war als heute? Wer mehr über andere Hafenanlagen wie dieser auf Fehmarn wissen möchte, die heute ebenfalls allesamt trocken liegen, dem empfehle ich diesen Beitrag (insgesamt werden 42 weitere Anlagen darin aufgeführt). Lasst uns unsere alten Häfen nicht in Vergessenheit geraten, begebt euch vor Ort und macht euch ein eigenes Bild. Diese Anlagen sind ein wichtiger Teil unserer Kultur. Sie waren die Tore zur damaligen Welt für unsere Vorfahren, denn unsere Seen- und Flusslandschaft wich gänzlich von der heutigen ab.

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