Als Alt Hamburg das gleiche Schicksal wie Alt Schleswig erlitt – über die Hamburger Katastrophe, vergessene Bauten und die Etablierung feudaler Macht im Hochmittelalter

Und wieder müssen wir feststellen, dass unsere Geschichtsschreibung nur sehr wenig mit den wahren historischen Begebenheiten gemein hat. Das Hamburger Abendblatt lieferte am 11. September 2021 sogar die Erklärung dafür, warum dieser Umstand eher die Regel als die Ausnahme sei, und behandelte das Thema ausführlich.

Was das Blatt ebenfalls thematisierte, ist die Hamburger Katastrophe im Hochmittelalter, die überhaupt erst dazu führte, dass das Areal in und um Hamburgs alten Stadtkern fast 50 Jahre lang komplett brach lag, und zwar so lange, bis die Neustadt (welches die Keimzelle der heutigen Stadt ist) gebaut wurde. Was auch erschütternd sein sollte, ist, dass der Vorgänger Hamburgs, die Neue Burg, kein Innenleben vorweisen konnte, also überhaupt keine Burg geschweige denn eine Stadt gewesen sein konnte. Dafür verfügte diese Ringwallanlage allerdings, und das weiß man seit ein paar Jahren, über ein mächtiges Hafentor!

Hamburger Hafen ist viel älter!

"Entgegen einer alten Schriftquelle ist der Hafen der Neuen Burg nun satte 170 Jahre älter als schriftlich überliefert."

so das Hamburger Abendblatt. Hamburgs Hafen wird also im Jahr 2023 1000 Jahre alt (nicht nur 834 Jahre)! Mehr noch: Es gibt Erkenntnisse zum Untergang des Hafens. So wird von Dr. von Maack das Jahr 1154 genannt (VON MAACK, P. H. K., Seite 90), als ein epochales Ereignis abrupt den Meeresspiegel senkte und den Untergang Alt-Schleswigs besiegelte. Auch das sagenumwobene Vineta, einst an der Küste zwischen Rostock und Stralsund gelegen, soll im 12. Jahrhundert Opfer einer gigantischen Naturkatastrophe geworden sein (Quelle). Erlitt Hamburgs sogenannte Neue Burg (Quelle) das gleiche Schicksal? Man weiß nun, dass nach etwa 1140 das Areal der Neuen Burg plötzlich brach lag (bzw. zerstört wurde) und darauf im Jahre 1188 die Hamburger Neustadt, die Keimzelle des heutigen Hamburgs (auch Hamburg war übrigens eine Planstadt), errichtet wurde (Quelle – Hamburger Abendblatt vom 11.9.21). Auch interessant in diesem Zusammenhang sind Planstädte; es wurden zwischen 1030 (mit Speyer als erste) bis zur Magdalenenflut 1342 über 3000 davon europaweit gebaut, eben auch Hamburg. Diese modernen Städte hatten System, denn sie gaben den Herrschern mehr Kontrollmöglichkeiten über ihre Bevölkerung. Diesem Thema widmete sich der Architekt und Stadtplaner Klaus Humpert ausführlich (mehr dazu hier).

Ergänzt 5. Mai 2023

Dieser Beitrag wurde bereits vor ungefähr 2 Jahren veröffentlicht. Umso schöner, dass ich auf diesem Wege, genau zu Hamburgs Hafengeburtstag – dem größten Hafenfest der Welt – das Thema hier wieder aufgreifen darf. Als Mitarbeiter der Container-Reederei Hamburg Süd, dessen Hauptquartier sich direkt auf dem ehemaligen Areal des alten Hafens befindet (unmittelbar vor der St.-Nikolai-Kirche), fasziniert mich diese Anlage besonders.

Inzwischen gab es einige neue Erkenntnisse, zum Beispiel, dass dieser Hafen ebenfalls von einem Ringwall umgeben war, Unmengen an Holz für den Bau verwendet wurden und – genau wie bei dutzenden ähnlichen Anlagen in Norddeutschland – man „über den Nutzungsbereich, also das Innere der Burg, nichts sagen kann“ (Quelle Welt.de). Als bewohnte Burg konnte sie mit der geringen Funddichte demnach nicht gedient haben, aber als Hafenanlage mit integriertem Deichschutz. Gemäß dieser neu gewonnenen Erkenntnisse unterschied sich diese Anlage nicht von den anderen zahlreichen Ringwallanlagen in unserem Norden, die die gleiche Funktion gehabt haben müssen! So viel bereits jetzt: Norddeutschland wimmelte nur so von Ringhäfen, und dieser in Hamburg maß beeindruckende 150 Meter im Durchmesser und zählte damit zu den größten! Wer mehr über Ringwallhäfen lernen möchte und wo sie sich genau befanden, dem empfehle ich diesen Beitrag. Das epochale Ereignis, welches auch das Ende dieser Anlage im heutigen Hamburg einleitete, wird darin ebenfalls genauer beleuchtet.

Titelseite des Abendblatts vom 11.09.2021
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Titelseite des Abendblatts vom 11.09.2021
Titelseite des Abendblatts vom 11.09.2021
Archäologie gegen Geschichtsquellen
Archäologie gegen Geschichtsquellen
Hamburgs Hafen wird 1000
Hamburgs Hafen wird 1000
Was ereignete sich Mitte des 12ten Jahrhunderts?
Was ereignete sich Mitte des 12ten Jahrhunderts?
Ein Erklärungsversuch
Ein Erklärungsversuch
Hamburgs Geschichte vor dem 13. Jahrhundert sehr unklar
Hamburgs Geschichte vor dem 13. Jahrhundert sehr unklar
Reste der Anlage "Neue Burg"
Reste der Anlage "Neue Burg"
Eine Flusslandschaft damals
Eine Flusslandschaft damals
Das Areal um die Neue Burg heute
Das Areal um die Neue Burg heute
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Der Artikel des Hamburger Abendblatts fässt sehr gut zusammen, weshalb wir viel mehr auf die Archäologie setzen müssten, um entscheidende geschichtliche Erkenntnisse zu gewinnen. 

1970 machten Archäologen alte Landungsbrücken vor dem Schleswiger Dom aus – wohlgemerkt 5 Meter über dem heutigen Meeresspiegel (mehr dazu hier)! Auch die offizielle Geschichte um das größte Bodendenkmal Nordeuropas, das Danewerk, ist seit Jahrzehnten aufgrund von neueren archäologischen Erkenntnissen, die inzwischen ebenfalls Jahrzehnte alt sind, unhaltbar (warum? Siehe hier). Es ist an der Zeit, großflächig mit den eklatanten Geschichtsirrtümern unserer Zeit aufzuräumen und unsere Geschichte ganzheitlich neu zu beleuchten. 

Ergänzt 1. März 2026

Neben falschen Geschichtsquellen fehlt eine einfache Chronologie Hamburgs und seiner Bauten in dem Areal der Altstadt

Es hat mich, nach dem mehrfachen Besuch des Bischofsburg-Museums im Zentrum Hamburgs und dem Sichten und Analysieren verschiedener Geschichtsbücher und Zeitungsartikel (die ich während dieser Jahre in die Hände bekam), sage und schreibe 7 Jahre gekostet, eine Chronologie der Ereignisse zu erstellen, die ich in dieser simplen Form so bisher noch nirgendwo vorfinden konnte. Es gibt leider eben nur ein sehr verzerrtes, extrem aufgeblähtes, aber vor allem falsches Geschichtsbild von Hamburg mit einigen wenigen Gelehrten, die sich in ihrem Kreis auf gewisse „gesicherte Erkenntnisse“ geeinigt haben, deren Grundlage aber regelmäßig auf den Kopf gestellt wird, wie zuletzt beim Hamburger Hafenfund. Zudem kommt, dass man Erkenntnisse, wie dass der Bereich der Hamburger Altstadt, auf dem vorher die Neue Burg stand, fast 50 Jahre brach lag (Quelle), in Fachlektüre wie dem Werk „Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland – Hamburg Altstadt“ vergebens sucht. 

Genauso wenig wie die Ursachen für die zahlreichen Neuanfänge und die unterschiedlichen Arten von Bauten und ihre eigentliche Funktion im Areal der heutigen Altstadt. Ich möchte behaupten, zumindest trifft diese Aussage auf meine Hamburger Arbeitskollegen zu, dass keiner die Geschichte und gesicherten Erkenntnisse zu Hammaburg 1–3, dem Bischofsturm, dem Heidenwall, der Neuen Burg und der Neustadt kennt. Eine Schande, wie ich finde. Hier mein Versuch, Licht ins Dunkel zu bringen.

Die grauen Elemente um die parkähnliche Anlage sind die Nachbauten von Abschnitten des alten Hammaburg Walls der letzten Ausbaustufe (Hammaburg 3). Die 39 weißen Quadrate in der Mitte davon stellen die Standorte der Stützpfeiler der einstigen Domkirche dar, die hier bis 1806 stand. Seit über zwei Jahren darf ich von meinem Arbeitsplatz auf das Areal der Hammaburg blicken. Direkt unterhalb des Bürogebäudes befindet sich das Fundament der sogenannten Bischofsburg (ja, noch eine Burg auf dem Areal – mehr dazu unten in der Chronologie unten). Diese Gegend ist die mit Abstand historisch bedeutsamste in ganz Hamburg. Die Hamburger Kollegen, mit denen ich hierzu sprach, wussten nichts zu den Bauten auf diesem Areal und vermischten die wenigen Themenkomplexe, die sie hierzu überhaupt kannten, wenn man sie darauf ansprach. Kein Wunder! 

Vielen Hamburgern ist nicht bewusst, dass es drei Hammaburg-Ringwall-Anlagen auf dem gleichen Areal des heutigen Domplatzes (bzw. Hammaburgplatz) gab. Richtig gelesen: drei. Neueste Ausgrabungen zufolge (2005/2006) waren Hammaburg 1 und 2 aufgrund der Zugangkonstellation aber ungeeignet für die „Fortifikation“ einer Burg (KABLATZ, Seite 74).

Das Buch „Mythos Hammaburg – Archäologische Entdeckungen zu den Anfängen Hamburgs“ (2015) gibt auf 505 Seiten den aktuellen Stand dieser Anlage und des Areals drumherum wider, und ich habe mir im Zuge der Aufarbeitung dieser Seite die Mühe gemacht, es zu analysieren und mit anderen Quellen abzugleichen. Es ist meiner Meinung nach verrückt, wie von den zahlreichen Autoren versucht wird, die Hamburger Geschichte von historischen Quellen, die ja alle gefälscht sein könnten (siehe Hamburger Hafenfund), durch archäologische Funde irgendwie zu bestätigen. Auf Seite 27 heißt es, dass wir es bei einem Fund mit dem „archäologisch nachweisbaren Vorgängerbau“ des Hamburger Doms (Mariendom) aus Holz zu tun haben, der wahrscheinlich Erzbischof Unwan gehörte. Diese Erkenntnis leitet man von 4 in einer Reihe stehenden Holzpfählen ab, die sich in einem kleinen Bereich unterhalb des späteren Steindom-Planums befanden, und einer Grube auf dem Areal, die wohl für den Glöckenguss vor Ort verwendet wurde (KABLATZ, Seite 83). Mehr hat man für diese Dom-Theorie, die uns als mehr oder minder gesichert präsentiert wird, nicht. Ein hölzerner Dom hätte hunderte, wenn nicht tausende derartiger Pfähle bedurft. Man fand aber nur vier (siehe Foto der Ausgrabung hier). Das langt den Experten, um einen Dom innerhalb der Anlage zu verorten und die Erkenntnis großflächig kundzutun und das Dogma zu etablieren (so wie dies in dem Buch getan wird). 

Allgemein wurde in diesem Werk viel geschrieben (auf über 500 Seiten), umschrieben, spekuliert, Funde interpretiert und dann – man kann es nicht anders sagen – gemutmaßt und schlussendlich Ansichten so verkündet, als ob diese Herleitungen wahrscheinlich wären, denn sie decken sich ja zumindest in mancher Hinsicht mit den alten Geschichtsquellen, die ja stimmen müssen. Es wird so gehandhabt wie vor dem Hamburger Hafenfund, der ja, wie wir jetzt wissen, auf einen Schlag alles vorher Geglaubte über den Haufen geworfen hat. Auf Seite 318 des Werkes äußert sich Dr. Christian Frey der TU Braunschweig folgendermaßen zu der Echtheit mittelalterlicher Überlieferungen:

"Man schreibt im Mittelalter nicht Geschichte, um zu zeigen, wie es war, viel mehr gestaltete man Erzählungen, wie man es aus der Rückschau darstellen wolle."

Dennoch, wagt es keiner der Fachexperten, andere Schlüsse zu ziehen, als es die historische (aller Wahrscheinlichkeit nach gefälschte) Quellenlage zulässt, auch wenn jeder dieser Experten weiß, dass, auch gemäß Hamburger Abendblatt, „die Wahrheit in diesen überlieferten Schriften nebensächlich war“ (Hamburger Abendblatt vom 9.11.21). Bloß möglichst an den gängigen Dogmen festhalten, da man sonst womöglich die Arbeit der Berufskollegen angreifen könnte. Hier deshalb der Versuch, auch in Anlehnung an historische Ereignisse in Schleswig-Holstein, die tatsächlich stattgefunden haben, die Hamburger Geschichte und ihre Bauten im Areal der Altstadt darzulegen, und vor allem, unserer Geschichte gerecht zu werden!

Die Karolingerzeit kann frei erfunden sein, um, wie beim Städtebau, von einer systematischen Vorgehensweise abzulenken

Ich denke, wir können an der Hamburger Geschichte sehr gut erkennen, wie versucht wird, trotz klarer Beweise, uns im falschen Glauben zu halten. Warum?

Würden wir nicht versuchen, den Stand vor der gewaltsamen Inbesitznahme wiederherzustellen? Würden wir nicht soetwas wie Stolz und Verantwortung für unser Erbe entwickeln und die eigentlichen Verantwortlichen dingfest machen? Das sind meiner Meinung nach die Gründe auch hinter der Verfälschung der Geschichte Hamburgs. Das Establishment tut in all dem das, was es tun soll, streng nach dem Motto: „Wes Brot ich ess des Lied ich sing.“ Unseren Historiker sind schlicht zu abhängig von diesem System und werden niemals das große Fass aufmachen, trotz eindeutiger Faktenlage der Forschung.

Halten wir fest:

  • Trotz des enormen Wirkungskreises des Überkaisers „Karl der Große“ und seiner fränkischen Nachfolger während Karolingerzeit zwischen 751-919 weist die Archäologie eklatante Lücken in der Funddichte auf, was sogar offiziell auf Wikipedia so eingräumt wird (Quelle). Das passt nicht zusammen und bringt meiner Meinung nach dieses Lügenkonstrukt an dieser Stelle bereits zu Fall. Auch Hamburg hatte keine geeigneten Wehrbauten bis zum Bau der Turmhügelburg und des „Bischofsturm“ und des „Heidenwalls“.
  • Turmhügelburgen heißen fränkische Motten, in Anlehnung an die angeblichen Erbauer: die Franken. Sie entstanden gemäß der Archäologischen Forschung aber erst nach dem Jahr 1000 im nördlichen Frankreich, von wo aus sie sich auf die Britischen Inseln, über ganz Frankreich, den Einzugsbereich des Rheines und mit gewissen zeitlichen Verzögerungen über ganz Mitteleuropa bis nach Polen, Tschechien, in die Slowakei, nach Ungarn sowie Südskandinavien ausbreiteten und noch bis ins 14./15. Jahrhundert angelegt wurden (ÖSTERREICHISCHE GESELLSCHAFT FÜR MITTELALTERARCHÄOLOGIE, Seite 12). Mit den Franken hatten diese Anlagen nicht im Geringsten etwas zu tun. Der Name fränkische Motten erschafft bewusst nur weitere falsche Geschichtsbilder.
  • Irland wurde offiziell mit der Hilfe dieser Stützpunke im Feindesland erobert. Warum Turmhügelburgen wie der sogenannte „Bischofsturm“ in Hamburg so geeignet für Eroberungsfeldzüge waren, erfahren wir auf Seite 10 des Werkes „Motte, Turmhügelburg, Hausburg – Zum europäischen Forschungsstand eines mittelalterlichen Burgentypus“: „Nachdem eine Motte errichtet worden war, wurde rasch militärische Kontrolle hergestellt. Die Standorte wurden dabei mit besonderem Augenmerk auf Verteidigung und eine unkomplizierte Kommunikation sorgfältig ausgewählt. Nachdem die Kontrolle über das umliegende Gebiet gesichert war, bestand der nächste Schritt darin, den militärischen Außenposten in verwaltbare landwirtschaftliche Einheiten umzuwandeln.“

 

„Fast alles, was wir über das frühe und hohe Mittelalter wissen, haben uns Geistliche und Mönche überliefert.“ (SCHLUNK, Seite 6)

Originaldokumente, die nicht durch die Hände der Mönche ging, gibt es daher so gut wir gar nicht. Wer war aber der Sieger und schreibt dieser nicht die Geschichte? Die geistigen und weltlichen Herrscher natürlich. Von einem heroischen Aufbäumen der einheimischen Bevölkerung gegen die Inbesitznahme und Etablierung zentraler Herrschaftsstrukturen werden wir nichts in diesen Quellen erfahren.

Die Hamburger Geschichte alleine zeigt stellvertretend, wie verlogen und manipuliert unsere gesamte Geschichtsschreibung ist. Es wurde systematisch vorgegangen: Was uns  aufgetischt wird sind Dogmen, kompliziert aufgebaute historische Gegebenheiten (wohl nie dagewesene Apostel, Päpste, Bischofe, Herrschergeschlechte und nie aufgefundene Bauten) und die verzweifelten Versuche, archäologische Funde doch irgendwie daraus abzuleiten. Der einfache Mensch ist viel zu abgelenkt, sich eine Gesamtübersicht zu verschaffen und die Historiker sind voreingenommen. Das ist der Stand der Dinge. Ich teile uneingeschränkt die Meinung von Dr. Hans-Joachim Zillmer zu unserer verlogenen Geschichte:

„Im Herrschaftszeitraum der katholischen Kirche wurden alte Dokumente eliminiert oder mit der Abschrift geädert und die entstandenen Zeiträume durch erfundene Geschichten (z.B. Karl der Große) aufgefüllt.“ (ZILLMER, Seite 275)

Diese Arbeit ist ein unabhängiger Versuch (ich erhalte keinen Cent hierfür), durch Hilfe von archäologischer Forschungsarbeit, auch über Hamburg hinaus und durch das Herausstellen der harten, berechtigen offiziellen Kritik hinsichtlich der offiziellen Geschrichtsschreibung, unsere Geschichte besser einordnen zu können. Es bleibt festzuhalten: Frieden, Handel (also Partnerschaft) und Einklang wurden hier einst bewusst zerstört. Genau so wie unser Wissen hierzu und die etablierte Selbstschutzfunktion, nichts daran zu ändern. Wir können stolz auf unsere Vorfahren sein.

Eine einfache Chronologie der Stadt Hamburg anhand neuster archäologischer Funde

BauwerkBesonderheiten

Siedlung um das Areal der Hammaburg (Domplatz Areal)

Zeitraum

8. Jahrhundert bis heute


Hamburger Domplatz

Tatsächlich scheint auf diesem Geestplateau (damals noch eine Halbinsel) eine kontinuierliche Besiedlung durch die hier aufgeführten Epochen, also quasi bis heute, realistisch.

Besonders herauszustellen sind die Fülle der Handelsgüter, die hier durchgehend gefunden wurden (WEISS, Seite 38) und die verschiedenen Bauten, die man in diesem Areal seit dem 8. Jahrhundert hier ausmachen konnte. Der Siedlungscharakter wird, finde ich, hervorragend in dieser Grafik von archäologie-online.de dargestellt (auch wenn ja die in die Karte eingezeichneten historischen Kirchen, bzw. der alte Holzdom, nur vermutet werden können, man diese Bauten aber nie ausgemacht hat – wie oben geschildert).

Was sich verändert hat, sind die verschiedenen Bauten und ihrer Funktionen, besonders nach der Machtübernahme und der Katastrophe in diesem Areal, sowie der darauf folgende viel niedrigere Wasserstand der Elbe und Alster im 12. Jahrhundert. Mehr dazu unten.

Hammaburg 1 , 2 und 3

Zeitraum

8.-11. Jahrhundert


Aus dem Buch Mythos Hammaburg

Diese Anlage soll in Folge der Sachsenkriege (also Wehrbauten der Franken-Herrscher) entstanden und als Wehranlage dann stets erweitert worden sein (WEISS, Seite 27). Insgesamt schloss man nach den Untersuchungen der Anlage auf 19 Hausstellen innerhalb des Ringwalls (WEISS, Seite 36). Die Betonung liegt auf „schloss“. Was man in der Anlage ausgemacht hat, waren wenige Pfahlreste und Gruben, und noch weniger Stellen, die Feuerstellen zu sein schienen. Mehr nicht. Hausreste, wie auf diesem Foto, zu sehen, fand man nirgendwo innerhalb der Ringwallanlage aber dafür ein paar hundert Meter westlich davon unter der Großen Backerstraße.

Die Hochrechnung auf tatsächliche Dichte der Innenbebauung ist ebenfalls nicht möglich gewesen (WEISS, Seite 36).

Die Nutzungszeit beschränkte sich darüber hinaus im Wesentlichen aufs 10. Jahrhundert (WEISS, Seite 36), also zu Zeiten von Hammaburg 3 (der letzten Ausbaustufe). Gleich die Frage: Was ist mit der Zeit davor (über die Karolingerzeit) und danach im 11. Jahrhundert? Ringwälle gibt es zahlreich in unseren Landen, sie gelten offiziell als Burgen. Die wendischen sind aber nachweislich über 500 Jahre nicht als solche genutzt worden (DÄHN, Seite 12) und die sächsischen, wie hier Hammaburg 1–3, wurden wohl aufgrund der geringen Funddichte „nur gelegentlich aufgesucht“ (DÄHN, Seite 13). Richtig gehört: Von Siedlungen in den Ringwallanlagen ist allgemein also keine Rede, natürlich nicht, denn diese Anlagen dienten überall der Schifffahrt sowie dem Handel (siehe hier)!

Im Falle von Hammaburg 1 und 2 sind die „Burgwälle“ nicht für eine Fortifikation geeignet gewesen, aufgrund der Zugangskonstellation (KABLITZ, Seite 74). Das ist mehr als ungünstig, denn gemäß Quellenlage muss die Anlage doch der Sicherung der sich neu etablierten fränkischen Herrschaft gedient haben, welche zu dieser Zeit den Stammesverband der Sachsen unterjocht hat (die Phase der fränkischen Eroberung, wie es auf Seite 313 heißt). Ein direkter Widerspruch zu den überlieferten Geschichtsquellen.

Was sich zweifelsfrei von der Archäologie nachweisen ließ, ist eine Fülle von Handelsgütern, die auf einen „florierenden“(!) Fernhandel hinweisen (WEISS, Seite 38). Florierender Handel in einer Wehrburg? Handel steht im direkten Widerspruch zu kriegerischen Konflikten. Wer aber friedlich und im Einklang miteinander lebt braucht auch keine neue Herrschaftsordnung!

Zusammenfassung

Zusammenfassend muss man sagen, dass es ein dicker archäologischer Wälzer („Mythos Hammaburg„) und seine zahlreichen Autoren nicht geschafft haben, die Kernaufgaben dieser Anlage korrekt herauszustellen, auch wenn eben genau diese Kernaufgaben in wenigen Zeilen ihrer Arbeit doch ihre Erwähnung fanden bzw. die Widersprüche zu den offiziellen Verlautbarungen offengelegt wurden.

Gegen die These einer Wehranlage sprechen die ungünstig gewählten Zugänge von Hammaburg 1 und 2. Gegen den monströsen Dom im Inneren der Anlage fast alles, was wirklich auf einen Dombau schließen lassen würde. Die Herleitung, dass es einen hölzernen Dom vor dem Bau der Neustadt im Areal der Hammaburg gab, ist aufgrund der geringen Funddichte hierzu mehr als schwach, auch wenn die überlieferten Quellen dieses Bauwerk ja eindeutig beschrieben haben.

Genauso wenig ließen sich Hausreste in der Anlage ausmachen, die so aussehen, wie hier, ein paar hundert Meter vom Ringwall entfernt. Allgemein beschränkte sich die Nutzung dieser Anlage also auf die Zeit nach den Karolingern (751 n. Chr. – 919 n. Chr.), die nach den Merowingern angeblich die Macht im Frankenreich, und somit offiziell auch weite Teile nördlich der Elbe, übernahmen (Quelle).

Diese Anlage diente dem Handel, der hier florierte (WEISS, Seite 38), und, bei starkem Unwetter und Stürmen, dem Schutz der Boote innerhalb der Anlage, genauso wie dutzende andere dieser Ringwallanlagen, die zu großen Teilen aus Klei bestanden, einem Baumaterial, das heutzutage immer noch zum Deichbau verwendet wird. Auch der Nachfolgebau der Hammaburg, die Neue Burg, bestand neben Unmengen an Holz ebenfalls aus diesem Material und war ein Ringwall (mehr dazu unten). Beide Anlagen waren Handels- und Anlegeplätze und haben gemäß der archäologischen Funde (bzw. fehlender) friedlichen Zwecken gedient.

Neue Burg

Zeitraum:

1021 bis 1140 – hier nach lag die Anlage 48 Jahre brach, bis die Neustadt drauf gebaut wurde


Neue Burg

Die Anlage liegt heute rund drei Meter unter Straßenniveau auf Höhe des Areals um die Nikolai-Kirche.

Offiziell wurde sie vom Billunger Herzog Bernhard II. ab 1021 errichtet. Auch, dass die Erbauung von einem Adeligen erfolgte, kann natürlich eine spätere Behauptung/Lüge gewesen sein und manipulativen Zwecken gedient haben.

Wie bei Hammaburg 1 und 2 gab es ungünstige Zugangskonstellationen: In dieser Anlage fand man ein zusätzliches Loch, „welches den Forschern Rätsel aufgibt“. „Ich vermute, dass hier eine Ausfallpforte war“, lautet die Schlussfolgerung Suchowas, des damaligen Grabungsleiters (Quelle). Tore in Wehranlagen bieten immer eine Angriffsfläche. In diesem Fall hatte diese Anlage zwei riesige davon. Ein Rätsel stellt dieser zusätzliche Einlass nur für diejenigen dar, die immer noch eine Wehrburg in dieser Anlage sehen. Was eigenartig ist: Auf Wikipedia liest man folgenden Satz hierzu: „Eiche wurde nahezu ausschließlich für die Holzkästen und die Torwange des Hafentors im Osten verwendet.“ (Quelle) Richtig gelesen: Man spricht sogar von einer Hafeneinfahrt in Form eines Tores hier. In einem Nebensatz erfährt man also sogar auf Wikipedia genau das, was diese Anlage in Wirklichkeit war: ein Hafen und keine Burg!

Es wurde, neben Unmengen an Holz, das Material Klei für den Bau verwendet (wie übrigens bei anderen Ringwallbauten auch). Bei Klei handelt es sich um ein feines, marines Sediment, das bis heute im Deichbau verwendet wird. So wehrte das Bauwerk „verheerende Fluten ab“ (Quelle). Ein wichtiges Detail wird hier erwähnt. Die Anlage bot Booten und Schiffen – wie die Hammaburg 1-3 – in seinem inneren Schutz bei Stürmen und Fluten! Die wichtigste Grundeigenschaft eines jeden Hafens: Sicherheit für Boote, Schiffe und ihre Fracht.

Zusammenfassung

Wie Hammaburg 1-3 war auch die „Neue Burg“, der Nachfolger, ein gigantischer Hafen und eben keine Burg. Anders lassen sich die geringe Funddichte im Inneren der Anlage, die beiden Öffnungen bzw. „das Hafentor“, wie es auf Wikipedia genannt wurde, und das für den Wall verwendete Klei nicht erklären. Auch diese Anlage war für die Verteidigung ungeeignet und diente friedlichen Zwecken, dem Handel und dem Schutz vor den Elementen. Übrigens hat man in solch einer Anlage bei Stade sogar Bootsreste im Inneren ausgemacht. Auch hierzu schrieb das Hamburger Abendblatt (mehr dazu hier).

Das Areal der „Neuen Burg“ lag 1140 plötzlich fast 50 Jahre lang brach (Hamburger Abendblatt vom 11.9.21). Die Ursache hierfür lässt sich nur mit der Katastrophe erklären, die auch Alt-Schleswig und Vineta um diese Zeit von der Bildfläche verschwinden ließ. Hiernach sank der Meeresspiegel um 5 Meter, das hat u. a. die Feuchtbodenarchäologie in Schleswig hervorgetan. Der alte Küstenverlauf der Stadt weicht fundamental von dem heutigen ab (mehr zu der Ausarbeitung der Uni Kiel hier). Dann kam es, meiner festen Überzeugung nach, zu der Machtübernahme – ja etwa 300 Jahre später als offiziell verlautbart, ohne die Karolinger, mit Hilfe von Turmhügelburgen, die, gemäß offizieller Forschungsergebnisse, ab dem 12. Jahrhundert wie Pilze aus dem Boden schossen – Eroberungsbauten in Feindesland (mehr zu diesen Anlagen hier).

Der „Bischofsturm“ und der „Heidenwall“

Zeitraum:

12tes Jahrhundert bis Fertigstellung der Planstadt Hamburg


Aus dem Buch Mythos Hammaburg

Nach der Katastrophe und jahrzehntelangem Stillstand im Areal der „Neuen Burg“ begann die wirkliche Machtübernahme des neuen Adels und seiner Vasallen von Süden aus: Das Feudalsystem wurde den hier lebenden Menschen nun mit brachialer Gewalt übergestülpt.

Untersuchungen im Umfeld des „Bischofsturms“ (im St.-Petri-Gemeindezentrum unmittelbar davor) haben ergeben, dass diese Turmhügelanlage nicht der Wohnturm des Erzbischofs Bezilin-Alebrand (1035–1043) gewesen sein konnte, so wie ursprünglich hergeleitet. Die Datierung der Anlage wurde auf das 12. Jahrhundert korrigiert (Quelle). Der Bischofsturm verdient seinen Namen also nicht, denn er entstand erst um die 100 Jahre später! Auch hier haben wir ein Beispiel dafür, wie immer wieder versucht wird, Funde in Einklang mit den wenigen geschichtlichen Überlieferungen zu bringen, die wir haben: Bischof Bezilin-Alebrand, sofern es ihn gab, hat nicht in ihm leben können, daher war diese Anlage natürlich auch kein Bischofsturm.

Womit sich diese Anlage in Einklang bringen lässt, sind die hunderten von Turmhügelburgen, Eroberungsanlagen, ähnlich wie die Forts Nordamerikas (Stützpunkte in Feindesland), die zu dieser Zeit wie Pilze in unseren Landen aus dem Boden schossen, so auch hier: „Motten„. Das Areal der Halbinsel von Hamburgs Altstadt wurde mit einem Wall (dem sogenannten „Heidenwall„) abgeriegelt und von mindestens einem Turm (dem  sogenannten „Bischofsturm„) gesichert. Der Name Speersort (so der Straßenname des Höhenweges auf dem Areal) deutet übrigens auf eine Adelsfamilie (Speer) hin, die wohl hier ihren Sitz bzw. ihr Einflussgebiet hatte.

Turmhügelburgen sicherten nach der initialen Eroberung die Herrschaftsbauten des Landadels und befanden sich nicht weiter als 500 Meter davon entfernt (mehr dazu hier). Um Lütjenburg alleine gab es 27 dieser Anlagen zu dieser Zeit (Quelle). Diese Vasallen, Ritter auf Latein heißen sie Modal, was für Söldner steht (SCHLUNK, Seite 6), drangen vor, schützten die Kirche und den Adel und dienten dem König. Pflichtenhefte gaben genau vor, was von ihnen erwartet wurde (SCHLUNK, Seite 12). Sie waren nichts als Söldner. Gekaufte Befehlsempfänger.

Der 300 Meter lange Heidenwall, mit vorgelagertem Graben im Vorfeld des Turmes diente dieses Mal wirklich Verteidigungs- bzw. Abwehrzwecken. Man wehrte damit die aufständische Urbevölkerung im Umland ab! Die Sachsen, aber wohl auch Stammesverbände der Friesen, Wenden und Angeln. Sie dienten dem sich neu etablierenden Adel und den Feudalherren und sicherten später den Bau der „Neustadt“. Schluss mit der Burgenromantik. Diese Anlage galt der Unterjochung und Kontrolle der Bevölkerung, genauso wie andererorts nördlich der Elbe. Man kann heute noch mindestens über 390 Positionen mit Resten dieser Anlagen im Feindesland ausmachen in unseren Landen ausmachen (ICKERODT, Seite 255)! Die Dunkelziffer dürfte noch viel höher sein. Wieso weist uns kein Historiker darauf hin? Spätestens mit der Umdatierung des Bischofsturms in das 12. Jahrhundert hätte dies geschehen müssen, denn man weiß ganz genau um diese geschichtliche Umwälzung bzw. Machtergreifung in unserem Norden. Zu dieser Zeit begann die eigentliche Christianisierung bzw. die blutigen Ketzerkriege in unseren Landen.

Auch die Rolle der feindseligen Angreifer aus dem Norden, der Wikinger, macht in diesem Kontext Sinn. Sie stellten sich der gewaltsamen Machtergreifung in den Weg, zerstörten die kriegerischen Bauten der neuen Herrschaft und versuchten, das Übel abzuwenden. Dass diese Nordmänner 845 die „Hammburg“ zerstörten, macht aus diesem Blickwinkel wenig Sinn, da es Turmhügelburgen und somit den Adel hier oben zu dieser Zeit noch gar nicht gegeben haben konnte, wie die Ausgrabungen im Areal der Hammaburg zeigten. Wäre der Angriff aber 300 Jahre später erfolgt, dann sehr wohl! Die Angriffe galten den machtbesessenen Feudalherren und ihren Vasallen, und vielleicht wurde das Areal auf dem heutigen Hammaburgplatz damals tatsächlich verwüstet!

Aber keine Angst: Vom Archäologischen Museum Hamburg erfährt man von all dem nichts. Dafür hat es aber schon die nächste Theorie parat, die es uns auftischt, da der Turm ja nun aus dem 12. Jahrhundert stammt und nicht aus dem 11., dass der einstige „Bischofsturm“ ja einer der beiden Türme des Burgtores von dem Vorläufer der Hamburger Planstadt „Neustadt“ war. In der Filiale des Museums „Bischofsburg“ (Speersort 10) wird diese These jetzt lauthals vertreten. Sogar imposante grafische Darstellungen dieser Anlage kann man dort bestaunen (siehe hier). Von Landadel, Unterjochung und Machtübernahme, für die diese Stützpunkte im Feindesland standen, erfährt man hier rein gar nichts.

Zusammenfassung

Ein Erzbischof Bezilin-Alebrand (1035-1043), dem der Turmrest seinen Namen verdankt, hatte nichts mit dieser Anlage zu tun. Auch mit Heiden hatte der Wall davor nichts zu schaffen, denn die Erbauer dieser Anlagen waren die neuen Schirmherren der Kirche und des Königs, die hier ihren neuen Einflussbereich hatten (aller Wahrscheinlichkeit nach der Landadel Speer). Der Turm („Bischofsturm„) und sein vorgelagerter Wall (der 300m lange „Heidenwall„, der die Halbinsel abriegelte) mit Graben, waren Teil der systematischen Eroberung unseres Nordens. Derart würde überall nördlich der Elbe verfahren. Nachdem die Bevölkerung lange genug in Schach gehalten worden war und sich an die neuen Machtverhältnisse gewöhnt hatte, kam es zum nächsten genialen Schachzug: Planstädte. Neustadt, Hamburgs Keimzelle, war eine davon. Insgesamt entstanden zwischen 1030 (Speyer) und 1342 über 3000 Städte dieser Art in Europa (ZILLMER, Seite 169).

Neustadt

1188 (offiziell) 1240 (inoffiziell)- bis heute


Aus dem Buch Mythos Hammaburg

Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein gilt offiziell als Erbauer der Neustadt, der Keimzelle des heutigen Hamburgs. Diese Stadt entstand auf dem Gebiet der brach liegenden Neuen Burg. Die alte Hafenanlage wurde dafür auf ihre Wallhöhe von 6 m verfüllt, planiert und parzelliert. Beauftragter des Grafen für die Organisation dieser neuen Stadt war Wirad von Boizenburg (Quelle)

Handelte es sich bei der oben beleuchteten Vorläuferanlage mit ihrer „Bischofsturm“ und ihrem „Heidenwall“ überhaupt um eine Stadt oder mehr oder minder um einen reinen Wehrbau ohne Siedlung? Dann wäre auch der Name „Neustadt“ unzutreffend. Auf jeden Fall erfüllte diese Wehranlage nicht die neuen, gewünschten Standards, welche eine Planstadt dieser Zeit mit sich brachte: Große, imposante, einschüchternde steinerne Kirchen, zumeist gotischer Architektur, gehörten fest dazu (die gotische Architektur wird übrigens die Architektur der Freimaurerei genannt – HARWOOD, Seite 40). Auch der alte Mariendom, der sich in Hamburgs Stadtwappen befindet, wurde im gotischen Stil errichtet (Quelle).

Die alten Städtebauplaner bedienten sich der gleichen Vermessungskonstruktionen für all ihre Bauten (Kreis- und Dreieckskonstruktionen, s-förmige Kurven oder fächerförmige Muster). Verwaltungsgebäude, rastergeplante Marktplätze (welche den Herrschenden Kontrollmöglichkeiten und durch Mautgebühren und Marktlizensen zusätzliche Einnahmen brachten), Brunnen, Stadtmauern: alles kein Zufall, sondern ein Resultat genauster Planung. All das hat der Städteplaner und Architekt Klaus Humpert eindrucksvoll beweisen können.

Es lohnt sich in diesem Zusammenhang übrigens mal, sich damit zu beschäftigen, wo dieses herausragende Wissen zum großflächigen Städte- und Kirchenbau herkam. Tut man dies, stößt man schnell auf die Templer. Offiziell verlautbaren die Freimaurer, wohl nichts mit den Templern zu tun gehabt zu haben und dass die Verbindung zueinander Spekulation sei (HARWOOD, Seite 17). Dennoch sind die höchsten Grade der Freimaurerei dem Orden der Tempelritter gewidmet (HARWOOD, Seite 85). Zufall? Auch das Templerkreuz, wie wir es heute noch in vielen Kirchen finden, nutzen die Freimaurer nach wie vor, wie übrigens auch hier vor der Flensburger Loge auf den zwei Fahnen zu sehen oder eben in Stadtwappen wie dem von Speyer, Hamburg und wohl so gut wie allen Wappen von Herrscherlinien (hier ein Beispiel). Achtet auch mal auf diese Kreuz innerhalb von Kirchen und Denkmälern. Wie dem auch sei: Von dieser Verbindung zu den Templern können sich die Freimaurer-Brüder nicht lossprechen.

Die Ursprünge der Freimaurerei liegen im Dunkeln, man vermutet aber das 13. und 14. Jahrhundert (Quelle). Wenn ihre Vorgänger aber die Templer waren, reicht ihr Wirken bis mindestens in die mittelalterliche Städtebauphase zurück! „Diese Steinmetze folgten einer strengen Geheimhaltungspolitik.“ (HARWOOD, Seite 12). Auch „die meisten Freimaurer sind heute der Ansicht, dass die Geschichte der Bruderschaft mit den Steinmetzgilden begann, den Erbauern der größten Kathedralen Europas“ (HARWOOD, Seite 11). Rückwirkend hat Klaus Humpert es geschafft, diese bauplanerische und technische Meisterleistung des systematischen Städtebaus in Europa nachzuweisen. Grandios! Dennoch: Ist es nicht eigenartig, dass wir so gut wie gar nichts hierüber gelernt haben?

Wie dem auch sei: Kirche und Feudalherrschaften hielten seit der gewaltvollen Übernahme die Bevölkerung klein und sicherten die geistigen und weltlichen Herrschaftsansprüche einiger weniger. Die Menschen unterlagen fortan einem zentralistischen Herrschaftssystem.

Wir halten ebenfalls fest: Auch bei der Neustadt haben wir es mit Geschichtsfälschung zu tun. Der Freibrief der Stadt, der von Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Jahr 1189 der Stadt überreicht wurde, angeblich zum Dank für Hamburgs Unterstützung beim Kreuzzug im Heiligen Land, ist eine Fälschung und entstand erst um 1225 (Quelle). Dieses Datum passt auch viel eher zur Datierung der ersten Stadtmauer, deren Entstehung auf die Zeit zwischen 1240 und 1250 zurückgeht. Natürlich hatte die Stadt, wie andere Städte aus der Zeit, direkt am Anfang eine mächtige Wehrmauer. Am 5. August 1284 soll die Stadt von einem verheerenden Brand heimgesucht worden sein (Quelle). Ereignisse wie dieses, aber auch die Expansion der Stadt, die Modernisierung der Wehranlagen und die spätere Schleifung dieser, veränderten seither immer wieder Hamburgs Stadtbild. Ausschlaggebend war jedoch der Bau der Planstadt Neustadt.

Zusammenfassung

Neustadt, die Keimzelle des heutigen Hamburgs, war eine Planstadt wie andere mittelalterliche Städte auch. Die frühe Stadt Hamburg war so gesehen nichts Besonderes und entstand wohl genau so, wie es Wirad von Boizenburg geplant hatte, wenn auch später, als offiziell verlautbart. Archäologen datierten die erste Wallmauer auf die Zeit zwischen 1240 und 1250. Es ist diese erste Wallanlage gewesen, deren Grundrisse noch heute das Stadtbild prägen. Auch Hamburg entwickelte sich nicht organisch von einer dörflichen Siedlung langsam zu einer Stadt, sondern wurde genauso gebaut, wie es sein Baumeister, wohl einer des Templerordens, weswegen wir wohl das Templerkreuz noch heute im Hamburger Stadtwappen vorfinden, es vorsah, mit all den Bauten, die für eine Stadt vorgesehen waren, um sie für die Herrscher kontrollierbar zu machen und nach außen zu sichern.

Brände und Überflutungen, wie bei der Magdalenenflut, Europas Jahrtausendflut 1342 mit der darauffolgenden Pest, Kriege wie der 30-jährige Krieg, der Koalitionskrieg mit Frankreich, sowie die Weltkriege stellten die Menschen der Stadt Hamburg stets vor neue Herausforderungen. Der Hochadel verschwand schlussendlich. Jedoch wurde in Hamburg mit der Loge Absalom zu den 3 Nesseln im Dezember 1737 der Grundstein für die Freimaurerei in ganz Deutschland gelegt (Quelle). Eine Parallelgesellschaft aus Eingeweihten und dem einfachen Volk entstand. Warum eine offene Gesellschaft und Geheimhaltung nicht zusammenpassen und wie die Freimaurer in unserem Norden wirkten und den Hochadel ablösten, darauf gehe ich in diesem Beitrag ein. Wusstest du, dass sich auch John F. Kennedy sehr negativ zu den Machenschaften der Geheimgesellschaft im Hintergrund äußerte?

Wer glaubt, dass ein Herrschaftssystem und seine Profiteure bereitwillig sang- und klanglos von der Bildfläche verschwinden, der sollte sich dringend fragen, wie es sein kann, dass unser Establishment zu all den von mir aufgeführten offiziellen Punkten so brav ausschweigt, obwohl es  so viel zu sagen gibt. 

Wie unsere Vorfahren wirklich vor der Machtübernahme lebten, in Einklang und Frieden (florierender Handel ohne Wehrbauten, wie die archäologische Forschung bewiesen hat), wird geradezu systematisch unterdrückt. Dass nur eine übergeordnete, auserlesene Herrschaft mit Sonderrechten die Anarchie stets zu verhindern wusste und Ordnung sowie Wohlstand schaffte, ist das gültige, unumstößliche Dogma, das bis heute gilt. Der Mensch ist schlecht, und ohne Herrscher­schicht und zentralistische Strukturen würden wir wieder auf den Stand der Steinzeit zurückfallen. Welch gelungene Lüge, die wirkt und lenkt. 

Geschichte ist das mächtigste Mittel der Manipulation, daher schreibt sie auch der Sieger. Dass sich aber keiner in der heutigen Zeit traut, daran zu rütteln, wissend um die  katastrophale Qualität der Geschichtsüberlieferung, ist das entscheidende Problem.

Es gibt einen Grund, weshalb Geschichte rückwärts betrachtet den Menschen die Zukunft weist. Von der Geschichte lernen wir aus unseren Fehlern und treffen richtungsweisende Entscheidungen. Ein mächtiger Hebel, wenn man ihn zu nutzen weiß. 

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