Nordische Stämme

Die beiden Hauptprotogenisten des Films "the Dig" bei der Ausgrabung. In diesem Film wird der größte je ausgemachten Schatz der Nordsachsen (Angelsachsen) thematisiert.

Die Nordsachsen – Wie ein norddeutscher Stammesverband den Mythos vom dunklen Mittelalter widerlegt

„Das Mittelalter ist nicht länger dunkel” – Netflix thematisiert in dem Film „Die Ausgrabung/The Dig“ (beruht auf wahren Begebenheiten) einen Fund, der jeden Schleswig-Holsteiner hellhörig werden lassen sollte: den Schatz von Sutton Hoo.

Wie aus dem Nichts tritt plötzlich einer der einflussreichsten Stammesverbände der Antike und des Mittelalters in Erscheinung, welcher sein Kerngebiet im heutigen Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen hatte. Die Nordsachsen. Zusammen mit anderen Stämmen des Nordens (insbesondere der Angeln, aber auch der Friesen) sorgten sie für das bedeutsamste archäologische Relikt Großbritanniens. „Diese Menschen waren keine wilden Krieger, es waren kultivierte Menschen mit unglaublicher Kunstfertigkeit.“ Auch dieses Zitat stammt aus der Netflix-Produktion. Nach Aufnahme dieser Zeilen wirst du anders auf unsere Geschichte blicken.

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Blick auf die rekonstruierte Ringwall Anlage in Groß Raden.

Ringwälle und das verborgene Binnenhafenland der Wikingerzeit

Mit interaktiver Karte –
Dutzende mittelalterliche Ringwälle gelten offiziell als Burgen. Die zahlreichen wenischen davon (im Osten Holsteins aufzufinden) sind aber nachweislich über 500 Jahre nicht als solche genutzt wurden (DÄHN, Seite 12) und die fast genau so zahlreichen sächsischen Anlagen (im Westen und Süden unseres Bundeslandes) weisen eine noch geringere Funddichte im Innenbereich auf als die wendischen (DÄHN, Seite 13). Diese ungenutzten Ringwall-Riesen mit bis zu 330m Durchmesser, wozu übrigens auch die Hammaburg und ihr Nachfolger, die „Neue Burg“ gehörten – Hamburgs Keimzellen -, lassen sich, dank der unbezahlbaren Arbeit eines passionierten Heimatkundlers, größtenteils heute noch in unserer Landschaft ausmachen.
Waren diese Bauten wirklich bloß ungenutzte Burgen oder hatten Sie doch einen Nutzen? Dähns Arbeit, der wikingerzeitliche Uferverlauf und ein Ringwall-Hafen Fund in Stade liefern die Antwort… Begib dich auf eine einzigartige Entdeckungstour!

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Gemälde mit einem Grabhügel der Kultur des Nordischen Kreises aus der Bronzezeit.

Das Jahrtausende alte Wegenetz zwischen Schleswig und Flensburg und seine direkte Verbindung zum Zentralheiligtum der Friesen – der Forseti-Insel

Mit interaktiver Karte – Ein einzigartiger Fahrradweg: Das Jahrtausende alte Wegenetz zwischen Schleswig und Flensburg und seine direkte Verbindung zum Zentralheiligtum der Friesen – der Forseti-Insel.

In der Absicht, eine größere Fahrradtour zu planen, die auf der Route eines uralten Verkehrsweges zurückgeht, welche seinen Ursprung in der Bronzezeit (2.000 – 750 v. Chr.) hatte, entstand dieser einzigartige Beitrag.
Eine vergessene Hochkultur (die Kultur des Nordischen Kreises), unzählige Heiligtümer, Burgen friesischer Könige, Wallfahrtsstätten und ihre Quellen, eine alte Insel, der höchste Berg Nordfrieslands, Flussfurten, gigantische Hünengrab-Begräbnisstätten, und vieles mehr warten darauf, von dir wiederentdeckt zu werden.

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Als Alt Hamburg das gleiche Schicksal wie Alt Schleswig erlitt – über die Hamburger Katastrophe, vergessene Bauten und die Etablierung feudaler Macht im Hochmittelalter

Und wieder müssen wir feststellen, dass unsere Geschichtsschreibung nur sehr wenig mit den wahren historischen Begebenheiten gemein hat. Das Hamburger Abendblatt lieferte am 11. September 2021 sogar die Erklärung dafür, warum dieser Umstand eher die Regel als die Ausnahme sei, und behandelte das Thema ausführlich.

Was das Blatt ebenfalls thematisierte, ist die Hamburger Katastrophe im Hochmittelalter, die überhaupt erst dazu führte, dass das Areal in und um Hamburgs alten Stadtkern fast 50 Jahre lang komplett brach lag, und zwar so lange, bis die Neustadt (welches die Keimzelle der heutigen Stadt ist) gebaut wurde. Was auch erschütternd sein sollte, ist, dass der Vorgänger Hamburgs, die Neue Burg, kein Innenleben vorweisen konnte, also überhaupt keine Burg geschweige denn eine Stadt gewesen sein konnte. Dafür verfügte diese Ringwallanlage allerdings, und das weiß man seit ein paar Jahren, über ein mächtiges Hafentor!

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Die Wenden – Wer waren unsere Vorfahren?

Wenn du aus Schleswig-Holstein kommst, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch du zu ihnen zählst. Im Buch „Die Wenden“ von Martin Fricke heißt es: „Sie leben millionenfach unter uns – oft ohne davon zu wissen: Die Nachfahren der Wenden.“ (FRICKE, Seite 2) Wo kamen diese Menschen, die im Osten Holstein lebten, aber her? Wie wurde aus ihnen im 18ten Jahrhundert „Slawen“, obwohl sie, was zahlreiche historische Schriftquellen belegen und dieses Wissen fest im Bewusstsein der Menschen verankert war, als Vandalen bezeichnet wurden? Richtig, wir reden hier von dem germanischen Stammesverband, der im Jahre 455 Rom eroberte..

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Eine rekonstruierte Turmhügelburg aufgenommen in dem Freiluftmuseum in Lütjenburg.

Turmhügelburgen – Stille Zeugen einer systematischen Eroberung

Von Ihnen gab es zu ihrer Hoch-Zeit mindestens 400, alleine hier oben: Turmhügelburgen. Ein Buch gibt Aufschluss darüber, wo in unseren Landen noch Reste von ihnen zu finden sind. Was war aber ihre Funktion und warum wissen wir so wenig über sie, obwohl dieser relativ junge Abschnitt der schleswig-holsteinischen Geschichte doch so greifbar wäre?

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Die Hauptprotagonisten von "Neues aus Büttenwarder", die wie keine andere Sendung im Fernsehen, die plattdeutsche Sprache vertreten.

Plattdeutsch: Unbemerkt geht ein Teil von uns nieder

Wir reden hier von einem niedlichen, amüsanten Dialekt, den einige in die Jahre gekommene Provinzler sprechen. Hand aufs Herz, liebe Nordlichter, das soll niemanden kränken, aber so sieht es doch aus. Dieses gängige Bild, was der größte Teil von uns darüber hat, ist mit der größte Grund, weshalb Niederdeutsch mehr und mehr ins Abseits gerät – für uns und unsere Kinder schlicht keine Rolle mehr spielt.

Was aber, wenn Plattdeutsch viel mehr zu bieten hat, wir es aber nur nicht (mehr) wissen? Wusstest du zum Beispiel, dass diese Sprache mindestens 1.600 Jahre alt ist, 500 Jahre lang die Lingua franca der nördlichen Hälfte Europas war und sich dadurch auch mindestens 30 % der skandinavischen Sprachen sowie Englisch zu noch größeren Teilen davon ableiten?

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Ausschnitt aus der Karte des Danewerks bei Schleswig aus einem Archäologiebuch.

Das Danewerk – das ausgeklügelte Transportsystem zwischen Hollingstedt und Schleswig 

Mit interaktiver Karte –
Obwohl ich aus der Gegend stamme, kannte ich dieses monumentale Bauwerk nur vom Hörensagen und weil eine Ortschaft bei uns diesen Namen trägt, dabei handelt es sich um das größte Bodendenkmal Nordeuropas, welches kürzlich zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Gemäß alter Überlieferung gilt dieses Bauwerk als Verteidigungsanlage.
Neueste archäologische Funde widersprechen dem aber vehement. Eine ganz andere Funktion des Danewerks drängt sich nun auf, und diese wird so auch von der englischsprachigen Wikipedia verlautbart.

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