Drohnenflug über den ehemaligen Dannewerker See/die ehemalige Schlei!

Die strategische Bedeutsamkeit und Funktion der Thyra-Burg bei Dannewerk/Schleswig wird einem erst bewusst, wenn man berücksichtigt, dass die Schlei bis ins Jahr 1154 noch bis an diese Stelle ging, über 3 Kilometer(!) südwestlich vom heutigen Schleiufer entfernt! Diese Tatsache ist heute so gut wie keinem bekannt. Mit einer Drohne haben wir das Areal erkundet. Die Dimension des Schlei-Wasserwegs, ließ sich aus der Luft hervorragend ausmachen.
Luftaufnahme vom Dannewerk, bzw. dem Ende der Hauptwalls des Danewerks mit seiner Tyraburg und Schleswig´s Schloss Gottorf im Hintergrund.

Ja, richtig gehört, bis ins Jahr 1154 ging die Schlei bis an diese Stelle (VON MAACK, P H. K., Seite 90), über 3 Kilometer südwestlich vom heutigen Schleiufer entfernt! Bis zu dieser Zeit existierte noch der Vorläufer von Schleswig, dessen Landungsbrücken 6 Meter über dem heutigen Meeresspiegel lagen (siehe hier). Um euch einen Eindruck von dem damaligen Verlauf des Meeresarmes zu geben, habe ich mit meinem Nachbarn im Mai dieses Jahres diese Aufnahmen gemacht. Viel Spaß!

Startpunkt der Aufnahme ist der Fuss der sogenannten Tyra-Burg am Ende des Danewerker Hauptwall´s, der bis Hollingstedt führte. Die einzigartige Aufnahme zeigt das mächtige Flusstal des damaligen Ausläufers der Schlei.

 Das Schleiufer ist heute über 3 km von dieser Stelle entfernt! Wer die Gegend um den ehemaligen Dannewerker See näher erkunden will, dem empfehle ich, die interaktive Karte in diesem Beitrag zu nutzen.

Auf der Thyraburg. War diese eigentlich ein Warenumschlagsplatz mit Schiffsanleger und Mautstation? Im Boden liegen mächtige Senkkästen. Das hat die Archäologie hier ausmachen können. Ab hier beginnt auch der Hauptteil des Danewerks, das sich bis Hollingstedt zieht. Für Archäologen wie Henning Andersen mindestens bis ins 12 Jahrhundert – ganz klar ein Straßendamm nebst Bootskanal und keine Verteidigungsanlage.

Das schleswiger Auenland. Ein Traum. Hier die Sicht auf den Hauptwall des Danewerks von der Thyraburg aus gesehen.

Hier ein Auszug von Seite 90 des Werkes von VON MAACK, P. H. K. Auch interessant, „Schalenüberreste von jetzt noch in der Westsee lebenden Meeresmuscheln“ bis klein Rheide! Das Dannewerk verband also einst „beide Meeresbusen“ und verfügte über einen „tiefen Graben“. Der Autor erwähnt auch historische Flottenverlegungen über dieses System.

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