Jeder Schleswig-Holsteiner wird schon mal von dem malerischen Areal des sich seit 1949 in einer Stiftung befindlichen Internats Louisenlund bei Güby gehört haben. Kein Wunder, denn unabhängig von der malerischen Schönheit des Ortes, direkt am Ufer der Großen Breite der Schlei gelegen, bietet dieser Ort doch seinen Schülern einzigartige Bedingungen, sich auf zukünftige, vielversprechende Karrieren vorzubereiten. Desöfteren findet man Beiträge und Reportagen zu dieser Einrichtung auch in den Tageszeitungen. Diese Seite der Anlage ist wohlbekannt.
Zufälligerweise stieß ich vor drei Jahren beiläufig auf die Information, dass sich auch ein Freimaurerpark auf dem Grundstück der jetzigen Stiftung befindet. Ein Freimaurerpark? Mein Interesse war geweckt. Was hatten die Freimaurer mit Louisenlund zu tun? Was soll ein solcher Park überhaupt sein? Ich beschloss, mir das Areal selbst einmal genauer anzusehen und konnte kaum glauben, was ich während meines Besuches erfuhr.
So begab ich mich das erste Mal im Juni letzten Jahres mit meinem Fahrrad unmittelbar vor das Gelände des Internats, welches, CORONA-bedingt, Tagesbesuchern leider nicht mehr zugänglich gemacht war. Dennoch, auch von außen bekommt man einen guten Eindruck darüber, was sich hier abgespielt haben muss. Eine eigenartige Waldkapelle (das ehemalige nordische Haus), ein Adelsfriedhof (von dem ich zu dieser Zeit noch nichts wusste), ominöse Kunststeine, zerfallene Grotten, Säulen und Obelisken. 

Anfang dieses Jahres begab ich mich nochmal an diese Stelle, in der Hoffnung, dieses Mal Zugang zum Gelände und damit zu dem Freimaurerpark zu erhalten. Ich folgte dieses Mal dem Pfad, der an der Waldkapelle entlang einen kleinen Hang hinaufführte. Hier befand sich ein unscheinbares Tor, welches ich öffnete, ein eigenartiger Garten. Den Schotterweg folgend begab ich mich weiter in das Innere des Gartens. Ein großes Holzkreuz fiel mir ins Auge. Ich begab mich in die Mitte des anscheinend wie ein Kirchenschiff aufgebauten Areals. Überall befanden Grabsteine! Ich las die Gravuren auf den Steinen.

Hier lagen allesamt Mitglieder europäischen Hocharistokratie, Mitglieder des Hauses zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. Hier lagen allesamt Prinzen, Prinzessinnen, Herzoge und Herzoginnen. 

 

Der schleswig-holsteinische Adel zieht große Kreise

Ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nichts hiervon, auch nicht, dass sich die Linie zu Schleswig-Holstein (vollständig Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg) bis heute fortsetzt. Meine Recherche begann.

Ich stieß auf Prinzessin Ingeborg zu Schleswig-Holstein, sie ist die Enkelin von Friedrich zu Schleswig-Holstein, der die Stiftung Louisenlund 1949 gründete. Sie übernimmt den Vorstandsvorsitz der Stiftung. Interessant. Dann suchte ich weiter und stieß auf den Namen „Philip, Duke of Edinburgh“. Den kenne ich doch! Tatsächlich! Prinz Philip, der am 9. April verstorbene Prinzgemahl der britischen Königin Elisabeth II! Er ist ebenfalls gebürtiger zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg! Ausgerechnet er? Wer hätte das gedacht!? Zieht diese Adelslinie derart große Kreise? Hand aufs Herz: Wusstest du davon? Würde eine derartige Erkenntnis die Briten und Deutschen nicht näher zusammenbringen? Warum berichten die Medien nicht darüber? Warum lernt man in der Schule nichts dazu?

Es geht aber weiter: Wusstest du, dass die Queen und Prinz Philip sogar Blutsverwandte waren? Sie sind Cousins bzw. Cousinen dritten Grades und sind beide Nachfahren von Queen Victoria (1819-1901, Quelle)! Nicht nur das: Wahrscheinlich sind alle Royals der europäischen Königshäuser miteinander verwandt (Quelle)! Wer mehr darüber wissen will, sollte sich unbedingt mal diesen Beitrag „The Untold Truth Of Prince Philip“ vom britischen Magazin „Nicki Swift“ von März diesen Jahres anschauen.

 

Was hat aber die Freimaurerei mit Louisenlund zu tun?

Nun, so wie es enge Verbindungen und sogar Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Könighäuser gibt, so gibt es auch eine enge Verbindung zwischen der Freimaurerei und den Mitgliedern der Adelslinie zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

Im Jahr 1770 schenkte der dänische König Christian VII. (1749-1808) seiner Schwester Louise (daher der Name Louisenlund) das in Schwansen gelegene Vorwerk Ziegelhof. Prinzessin Louises Ehemann, der Landgraf und Freimaurer Carl von Hessen, veranlaßte vier Jahre nach ihrer Hochzeit die Errichtung eines Herrenhauses durch seinen Freimaurerbruder Johann Hermann von Motz, welches später als „Schloss“ bezeichnet wurde.  Ab 1772 ließ sich Carl von Hessen hier den Freimaurergarten anlegen. Dieser ist heute der bedeutsamste seiner Art Europas (HERMANN, Titel)!

Von Hessen legte in jungen Jahren eine steile Karriere am Gottorfer Hof hin. Bereits mit 20 Jahren war er Generalmajor, stieg rasch zum Vorsitzenden des Obersten Kriegsrats, zum Staatsminister und sogar zum Vizekönig von Norwegen auf. Intrigen brachten ihn jedoch ebenso schnell wieder zu Fall und so trat er schon nach kurzer Zeit von allen Ämtern zurück und konzentrierte sich fortan auf das Amt als Statthalter in Schleswig und Holstein (Quelle). In der Freimaurerei spielte er seiner Zeit eine führende Rolle (Quelle). Er wurde zum Begründer zahlreicher Freimaurerlogen und wurde Meister vom Stuhl der vier vereinigten Hamburger Logen der Strikten Observanz (Quelle), ein freimaurerisches Hochgradsystem - Mitglieder wähnten sich von sogenannten „Geheimen Oberen“ geführt und betrachteten sich als Nachfolger der Templer (Quelle).

 

Freimaurer unter sich

„Bruder Carl führte ein enges Verhältnis zu Friedrich dem Großen (1712 – 1786), den er auch des Öfteren besuchte.“ Auch Friedrich der Große war übrigens Freimaurer (Quelle) genauso wie übrigens Mozart, Goethe, Schiller (Quelle), sowie zahlreiche Politiker und mehrere Präsidenten der vereinigten Staaten, namentlich der erste, Georg Washington (HERMANN, Seite 97). Das Allsehende Auge findet man genauso auf der ein-Doller wieder, wie über dem Schloß-Eingang von Louisenlund (HERMANN, Seite 25) und gehört zur nicht wegzudenkenden Symbolik der „Tempel“. Gibt es etwa eine Verbindung hier? Carl von Hessen ist übrigens ein direkter Vorfahre (der Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater) von Prinzessin Ingeborg zu Schleswig-Holstein und ihrer 3 Geschwister (Quelle).

Es dürfte daher auch kein Zufall sein, dass fast alle Bauten (auch die späteren Zubauten) im Loisenlunder Park einen sichbaren Bezug zur Freimaurerei haben, mit Ausnahme der „Willhelmsminde“ (HERMANN, Seite 91). So auch die sogenannte „Knotensäule“, welche im 19ten Jahrhundert auf dem herzoglichen Friedhof gelangte (HERMANN, Seite 91). Fürstin zu Hohenlohe-Langeburg ließ diesen Kunststein als Erinnerung an ihren dort ruhenden Enkel Alfred, Bruder des Herzoges Peter zu Schleswig-Holstein errichten. In der Freimaurerei steht sie für die enge Verbundenheit der Logenbrüder (HERMANN, Seite 87).

Herzog Carl zu Schleswig-Holstein war ab 1867 12 Jahre lang Logenmeister in Schleswig. Er war Enkel des berühmten Carl von Hessen, nach welchem sich die noch heute aktive Loge „Carl zu Treue“ in der Flensburger Straße 5 in Schleswig benannt hat (Quelle).

Wer mehr über diese Seite von Louisenlund wissen möchte, über die Mystik der verstreut liegenden mystischen Denkmäler, Bauten und Stationen, an denen seinerzeit die „Suchenden“ todesnahe Mutproben abzulegen hatten, um die Aufnahme in die Loge zu finden, dem empfehle ich das Werk „Geheimes Louisenlund“ von Dr. Alf Hermann zu lesen (Link).

 

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Kritik und Fazit

An dieser Stelle erstmal ein Kompliment an den Autor des Werkes, der seinen Lesern einen grandiosen Einblick hinter die Fassade von Louisenlund gewährt. Gleichzeitig versucht er darin mit den Vorurteilen gegenüber den Freimaurern und der „Tempelarbeit“ aufzuräumen. „Alle großen Geister waren Freimaurer“ (Quelle). Moral und Bildung, das seien die Ansprüche der Freimaurer, sie streben nach Erkenntnis und Wissen. So weit so gut, oder?

Ich denke, alle Freimaurer in den niederen Rängen haben wirklich erstrebenswerte Ansprüche, Ziele und Werte. Ein Freimaurer der niederen Ränge vermuten keine dunklen Absichten hinter dieser Gesellschaft, eine Art Aristokratie, gelenkt durch „geheime Obere“, schließlich ist er doch mitten drin – er würde es mitbekommen. Gleichzeitig genießen Freimaurer die angepriesenen Vorteile der Bruderschaft und zudem wird doch alles über sie und ihre Motive auf Wissensplattformen wie Wikipedia veröffentlich. Inzwischen gibt es in ihren Logen selbst soetwas wie einen Tag der offenen Tür. Jeder kann sich selbst ein Bild über die Bruderschaft machen und ihnen sogar beitreten (heutzutage ohne todesmutige Aufnahmerituale). Wenn sich Verdächtiges in ihren Reihen abspielen sollte, hätte es der aufmerksame Freimaurer mitbekommen und würden darüber berichten.

Tja, und jetzt komme ich zur Kritik: Wer sagt uns, dass das oben erwähnte Hochrangsystem, die „Strikte Observanz“, nicht unter anderem Namen weiter existiert? Wer waren die „geheimen Oberen“ damals, die bis 1840 bestanden und denen die Höchstgradfreimaurer zuarbeiteten und von denen man bis heute nichts Genaues weiß (Quelle)? Sind sie einfach verschwunden? Die Höchstgradfreimaurerei gibt es bis heute unverändert, auch Logen, die nicht jedem Bruder offenstehen, wie „der Ring“ in Berlin und andere der breiten Öffentlichkeit unbekannte Logen weltweit.

Seit wann kann es einer Gesellschaft und dem einfachen Mann dienlich sein, wenn eine Riege auserlesener Mitglieder bis hin zu Kaisern (Friedrich der Große, Wilhelm I., Mitglieder aus regierenden Häusern wie du zu Schleswig-Holsteins und alleine 1300 Mitglieder aus anderen regierenden Häusern, die sich noch 1785 zur „Strikten „Observanz“ bekannten) (Quelle) sich treffen, Geheimnisse austauschen, schwören, diese für sich zu behalten und dabei uralte, ominöse Rituale vollziehen?

Fast alle Präsidenten der vereinigten Staaten waren Freimaurer sowie hochrangige Politiker wie Otto von Bismarck, Churchill oder Berlusconi (Quelle) und das sind nur jene, die dazu standen bzw. von welchen man es weiß. Ich möchte behaupten, es ist „dem Rest“, also dem Fussvolk nicht dienlich, im Gegenteil: Keiner sollte wichtige Erkenntnisse und Wahrheiten horten und ausschließlich an seinesgleichen abgeben. Freimaurer entwickeln ihr „volles menschliches Potential“ aus uraltem Wissen – so viel steht fest. Freimaurer sind Meister der Rhetorik, der Argumentation, der Überzeugung und allgemein im Auftreten. Woher nahmen alleine Mozart, Schiller und Goehte ihre Impulse bzw. Inspirationen?

Anhand von Schrittmuster und Handschlägen können sich Freimaurer übrigens untereinander ausmachen – sogar ihre Rangordung lässt sich per Handschlag ableiten – wie praktisch (Quelle). Schade, dass das Freimaurer Wiki hierüber nicht berichtet (Quelle), dies ist doch eine interessante Information. Oder gehen dem einfachen Manne solche Details dann doch nichts an? Zu wissen, mit wem man es zu tun bzw. wer an seiner Seite steht, verschafft natürlich Vorteile in jeglicher Hinsicht. Einen Bruder lässt man schließlich nicht hängen – niemals! Auch nicht die „geheimen Oberen“?

Auch wenn der Autor versucht, die Leser, die auf sein Werk gestoßen sind, glauben zu lassen, dass hinter der uralten okkulten Fassade der Freimaurer lediglich eine harmlose Männer-Vereinigung im Country-Club-Style steckt, welche sich und ihren Brüdern ermöglicht soll, ihren Character zu veredeln und dabei nebenbei die Welt zu einer besseren zu machen, hat dieses Werk bei mir nur noch mehr den Verdacht erhärtet, dass hier etwas bis zum Himmel stinken muss. Selbst vor Schleswig-Holstein wurde kein Halt gemacht, im Gegenteil. Alleine die ganze Mystifizierung um das alte Ägypten. Was sollen die Herrschaftsbauten wie Obelisken (die sich in enormer Größe übrigens auch in den Stadtstaaten Washington DC, London City District und Vatikan Stadt befinden), Hieroglyphen, Säulen, Saalbauten nach immer gleichen Mustern, die aus der Freimaurerei nicht wegzudenken sind? Was war am alten Ägypten so besonders, dass die Freimaurerei versucht, es aufrecht zu erhalten? Geht es um ein Erbe? Reicht ihr okkultes Wissen bis dahin zurück?

 

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Kann elitäre Geheimniskrämerei der Gesellschaft dienlich sein?

Was, wenn diese Guttuerei um die Freimaurer und damit die ebenfalls immer noch existierende Höchstgradfreimaurerei nur ein Vorwand ist, um uns abzulenken? Ich wette, kaum ein Leser dieses Beitrages ist sich über die Punkte, die ich in diesem und meinen anderen Beiträgen über unsere Vergangenheit aufgeführt habe, bewusst gewesen. Warum eigentlich nicht? Wie steht es um die Eingeweihten? War Johann Gottfried Herder (ebenfalls Freimaurer und Weggefährte von Carl von Hessen, Quelle) und seine „Volksdefinition“ etwa nicht der Ausgangspunkt für den Panslawismus des 19. Jahrhunderts? Doch, das war sie (Quelle) und diese „Allslawische Bewegung“ hatte weitreichende Folgen für uns alle (siehe Beitrag Slawen/Wenden). Auch Italien würde laut Heise „ohne die Freimaurer gar nicht existieren“ und Norditalien würde nach wie vor zu Österreich gehören (Quelle). Es scheint unglaublich, aber diese beiden Beispiele über den Einfluss der Höchstgradfreimaurer auf das Weltgeschehen scheinen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein. Was schlummert noch ungeachtet im Hintergrund? Der Logenbruder Giacomo Casanova (ja, der Casanova) fasst es in seiner „Geschichte [s]eines Lebens“ so zusammen:

„Wer sich nur unter die Freimaurer aufnehmen lässt, um das Geheimnis der Loge zu ergründen, der hat sehr zu befürchten, dass er unter der Kelle alt werden wird, ohne jemals in das Geheimnis dieser Bruderschaft einzudringen. Das Geheimnis der Freimaurerei ist durch seine eigene Natur unverletzlich. Wer das Geheimnis der Freimaurerei errät - denn man erfährt es nur, wenn man es selbst errät ....schweigt und das Geheimnis bleibt stets Geheimnis.“                   

 

Was ist denn dieses große, ominöse "Geheimnis der Bruderschaft" in das man "eindringen kann" und über das jeder, der es "errät" brav schweigt? Das eben doch alles ganz anders ist? Das eine Art Parallelwelt aus Eingeweihten und Nichtwissenden besteht, in welcher der Vorteil der oberen Kaste sich stets vergrößert, während der einfache Mann es immer schwerer hat? Werden Reiche nicht immer reicher und einflussreicher, während sich der Mittelstand parallel aufzulösen scheint? Was bahnt sich gerade in unserer Welt an? Schon mal vom „Great Reset“ oder „Ziele für Nachhaltige Entwicklung“, wie ihn die Bundesregierung inzwischen nennt, welche bis 2030 abgeschlossen sein sollen (Quelle) und eine von der UN (United Nations) und dem WEF (World Economic Forum) forcierte gigantische Transformation der Gesellschaft weltweit mit sich bringt, gehört? Die 4. (digitale) industrielle Revolution (Quelle)? Eine Welt ohne Eigentum für den einfachen Mann (hier der offizielle Werbespot des WEF)? Wem dient diese neue Transformation? Wird sie uns und unseren Kindern wirklich nützen? Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Jeder ist dabei gefragt, wachsam und kritisch zu sein und dabei sein "erstrebtes Wissen" mit seinen Mitmenschen zu teilen und es nicht für sich zu behalten – vor allem, das Entscheidende. 

„Friede ist nur durch Freiheit, Freiheit ist nur durch Wahrheit möglich.“ (Karl Jaspers, 1883-1969)

 

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