Jeder Schleswig-Holsteiner wird schon mal von dem malerischen Areal des sich seit 1949 in einer Stiftung befindlichen Internats Louisenlund bei Güby gehört haben. Kein Wunder, denn unabhängig von der malerischen Schönheit des Ortes, direkt am Ufer der Großen Breite der Schlei gelegen, bietet dieser Ort doch seinen Schülern einzigartige Bedingungen, sich auf zukünftige, vielversprechende Karrieren vorzubereiten. Desöfteren findet man Beiträge und Reportagen zu dieser Einrichtung auch in den Tageszeitungen. Diese Seite der Anlage ist wohlbekannt.
Zufälligerweise stieß ich vor drei Jahren beiläufig auf die Information, dass sich auch ein Freimaurerpark auf dem Grundstück der jetzigen Stiftung befindet. Ein Freimaurerpark? Mein Interesse war geweckt. Was hatten die Freimaurer mit Louisenlund zu tun? Was soll ein solcher Park überhaupt sein? Ich beschloss, mir das Areal selbst einmal genauer anzusehen und konnte kaum glauben, was ich während meines Besuches erfuhr.
So begab ich mich das erste Mal im Juni letzten Jahres mit meinem Fahrrad unmittelbar vor das Gelände des Internats, welches, CORONA-bedingt, Tagesbesuchern leider nicht mehr zugänglich gemacht war. Dennoch, auch von außen bekommt man einen guten Eindruck darüber, was sich hier abgespielt haben muss. Eine eigenartige Waldkapelle (das ehemalige nordische Haus), ein Adelsfriedhof (von dem ich zu dieser Zeit noch nichts wusste), ominöse Kunststeine, zerfallene Grotten, Säulen und Obelisken. 

Flut

31.Juli 1952, Nordsee, Höhe Steingrund:

Ich sehe einen hohen Wall aus Steinen ...“, meldet der Taucher. Jeder Stein ist zwei Meter breit und einen lang. Der Wall ist zwei Meter hoch. Ein zweiter Wall, in sechs Meter Entfernung, läuft parallel zu dem ersten. Die Steine sind zum Teil rot, zum Teil weiß. „Ich kann kein Ende der beiden Wälle erkennen ...“ Das Echolot ergänzt seine Beobachtungen: die Wallanlage ist 927 Meter lang, eine halbe Seemeile – genau die Länge („fünf Stadien“), die Platon in seinem Dialog „Kritias“ als Länge der Mauer um die Burg des Königs von Atlantis angibt. Es stimmt! Die Mauern, die Gräben, der Umfang, die Entfernung von der Felseninsel (bei Platon: „50 Stadien“), die Farbe der Steine – alles stimmt! Sogar der Bernstein („Orichalkos“), von dem Platon erzählt! Die Kombinationen Spanuths in seiner Bordelumer Studierstube sind durch den Taucher und das Echolot bestätigt. Mühe, Aufwand und Risiko haben sich gelohnt…“

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Mit diesen Worten beschreibt „die Zeit“ in der Ausgabe 14/1953 den Moment, als ein Taucher die historische Entdeckung des Jahrtausends bestätigte (Die Zeit, Ausgabe 14/1953). Eine Entdeckung, die von Bedeutsamkeit für uns Menschen – nicht nur uns Schleswig-Holsteiner – in seiner Tragweite alles über den Haufen wirft, was wir bis dato zu glauben meinten: Atlantis lag vor Helgoland. Platons Beschreibungen deckten sich fast genau mit den weltweit teils einzigartigen Gegebenheiten an dieser Stelle:

Steingrund vor Helgoland. Dort also lag sie, die Königsburg des atlantischen Reiches mit dem Namen Basileia (die Bernsteininsel). Es gab keine Zweifel mehr.

Als ich das erste Mal von diesem Thema hörte, viel mir die Kinnlade runter - erst recht, als sich die Behauptungen des dänischen Autors und Piloten Preben Hansson als wahr entpuppten (siehe hierzu die Karte unten) und ich feststellte, dass er sogar über die Hälfte der Anlagen vergessen oder übersehen hat in seinen Recherchen aufzuführen!

Worum geht es? Es geht um die Trelleborg "Wikinger Kasernen". Mindestens 7 von ihnen lassen sich noch in der Landschaft Dänemarks und Schwedens ausmachen. Sie gelten bautechnisch als Meisterwerke - ihre Grundrisse bestechen durch geometrische Genauigkeit und perfekter Symmetrie. Klingt das nicht schon alles andere als plausibel? Eine derartige Perfektion im Zusammenhang mit Kasernen der Wikinger? Ernsthaft? Nicht nur Archäologen wie Poul Nörlund sahen hier schon direkt nach der Analyse dieser Hinterlassenschaften einen riesen Konflikt (NÖRLUND, 1948).

Offiziell heißt es, die Trelleborgen wurden um das Jahr 980 vom dänischen König Harald Blauzahn (Regierungszeit von 936 -987) errichtet. Und hier geht es schon los: Einige von diesen sogenannten Ringburgen wurden ohne Frage tatsächlich zu Zeiten des Mittelalters bebaut und genutzt. Allerdings geht es nicht um diese späten Phasen der Bebauung, sondern um die Vorläuferburgen dieser Anlagen (bzw. ihren Grundriss wie der der Aggersborg). Zu den meisten von ihnen steht auf Wikipedia Folgendes: „Wer die Vorläuferburgen der in mehreren Phasen gebauten Ringanlagen gebaut hat, ist ungewiss“ (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wikingerburg#Wikingerzeitliche_Ringburgen).

Es dürfte viele Menschen gelinde gesagt schockieren, diese Zeilen zu lesen. Dieses Thema ist wenig bis gar nicht bekannt, die Spuren in der Landschaft Schleswig-Holsteins und das Kartenmaterial über diese Zeit sprechen aber eine eindeutige Sprache: Der Meeresspiegel war bis ins 14te Jahrhundert noch um Meter höher!
Das erste Mal wurde ich auf dieses Thema aufmerksam, als ich im Buch „Faszination Wikinger“ (LIBSY, 2017) auf diese Aussage gestoßen bin: „Die Treene war bis Hollingstedt noch Ebbe und Flut ausgesetzt.“ (LIBSY, Seite 34) Dies wäre heute absolut undenkbar. Die kleine Rheider Au, die in der Treene vor Hollingstedt mündet, war zur damaligen Zeit bis Klein Rheide – also bis weit ins Landesinnere - schiffbar. Auch diese Tatsache machte mich sehr stutzig.
Dann das Kartenmaterial aus dem vom Archäologen verfassten Buch „Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern“ (ZENTRALMUSEUM MAINZ, 1968), welche auf der Karte auf Seite 151 Schleswigs Norderhafen zeigt.
Richtig, Schleswig hatte bis vor ein paar Jahrhunderten noch einen großen zweiten Hafen (Karte unten)! Da die Schlei ein Meeresarm der Ostsee ist und auf der Nordseeseite die Treene ja auch als verlängerter Meeresarm der Nordsee fungierte, kann man nur zu einem Schluss kommen: Der Meerespiegel lag höher – und zwar um Einiges. 

Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch du ein Nachfahre der Wenden bist. Gerade dann wäre es doch aufschlussreich, zu erfahren, wer sie waren und was sie ausmachte. Sie waren begnadete Reiter, große Seefahrer und bestachen durch Tapferkeit und Edelmut - bezwangen sogar das römische Imperium und "ihre Nachfahren leben millionenfach unter uns - oft ohne davon zu wissen." (FRICKE, Seite 174) Millionenfach? Habe ich etwas verpasst? Anscheinend schon, denn ich wusste bis ich auf dieses Material gestoßen bin nicht ansatzweise davon, dass ich selber zu den Nachfahren der Wenden zähle - wenn auch nur zu einem Viertel.
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